Take-Two-Chef: Disc-Games verlieren Sinn; GTA 6 erscheint ausschließlich digital
Die Gaming-Branche schreitet weiter Richtung digitale Distribution, und Take-Two setzt eine klare These: Disc-basierte Spiele sind in vielen Fällen nicht mehr sinnvoll.
Auf der jüngsten Gewinnrunde nannte CEO Strauss Zelnick eine Zahl, die kaum zu leugnen ist: Das Geschäft des Labels liegt deutlich jenseits der 90-prozentigen digitalen Verteilung. Großprojekte würden in der Praxis fast immer digital veröffentlicht, weshalb Disc-Versionen für den Verbraucher weniger relevant seien. GTA 6 soll exklusiv digital erscheinen; eine PC-Version wurde bislang nicht angekündigt, während PS5- und Xbox-Series-X/S-Versionen festgelegt sind. Sony plant zudem, die Disc-Produktion 2028 zu beenden, was den Branchenkontext weiter verschiebt.
Take-Twos Haltung bedeutet nicht, dass physische Veröffentlichungen völlig verschwinden. Der Chef vergleicht es mit Vinyl im Musikgeschäft: Gelegentlich wird es physische Edits geben, doch in vielen Fällen mache eine Disc schlicht keinen Sinn mehr. Diese Balance hält das Unternehmen offenbar offen – physische Editionen "jetzt und dann" ja, ansonsten eher selten.
Der Diskurs wird von Branchenkollegen bestätigt: Yves Guillemot von Ubisoft betont, dass der Wandel die Industrie nicht grundlegend stören dürfe, und Analyst Daniel Ahmad verweist darauf, dass das Konsolen-Ökosystem bereits praktisch digitalisiert sei. Gleichzeitig bleibt die Debatte um Eigentum: Für manche Gamer ist das Sammeln physischer Boxen auch heute noch Teil des Erlebnisses, auch wenn digitale Distribution bequemer ist.
Bezüglich GTA 6 gilt das Aktualitätsthema weiter: Der Titel erscheint am 19. November für PS5 und Xbox Series X/S. Eine PC-Version wurde bisher nicht angekündigt – ein Status, der für viele Augenpaare noch offen bleibt.
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