EU-DSA trifft Roblox und ChatGPT: Mehr Transparenz, weniger Rätsel
Die EU zieht die Zügel fester: Roblox und ChatGPT könnten künftig als Very Large Online Platforms (VLOP) eingestuft werden und damit strengere Pflichten erhalten. Die Einstufung richtet sich nach der monatlichen Nutzerzahl (mehr als 45 Millionen) und zielt darauf ab, Transparenz und Rechenschaftspflicht zu erhöhen – zwei Punkte, die in der Praxis oft geschäftliche Entscheidungen beeinflussen.
Zu den Kernpflichten gehören die Einrichtung eines Ansprechpartners für Behörden und Nutzer, die Meldung von Straftaten, nutzerfreundliche AGBs sowie Transparenz bei Werbung, Empfehlungs- oder Moderationsentscheidungen. Zudem müssen Roblox und ChatGPT systemische Risiken identifizieren, analysieren und mindern – von illegalen Inhalten über Grundrechte bis hin zu öffentlicher Sicherheit, Wahlprozessen sowie dem Schutz von Minderjährigen und psychischer Gesundheit.
Neben der Risikobewertung greifen weitere Maßnahmen: Eine interne Compliance-Funktion, jährliche Audits durch unabhängige Prüfer, Datenaustausch mit der EU-Kommission und nationalen Behörden, der Zugang für validierte Forscher zur Plattformdatenlage sowie eine Option in den Empfehlungs-Systemen, die nicht auf Nutzerprofilierung basiert. Zusätzlich soll es ein öffentliches Repository für Anzeigen geben.
Die Debatte kommt zu einer Zeit, in der Roblox wegen Sicherheitsbedenken in der Kritik steht und ChatGPT in Bildung, Recht und Alltag Spuren hinterlässt. Zudem gab es eine EU-Strafe gegen X in Höhe von 140 Mio. USD, die das Unternehmen anfechten möchte. Die DSA könnte zwar zu mehr Transparenz führen, doch ob die Praxis sich dadurch tatsächlich ändert, bleibt abzuwarten.
Für Spielerinnen und Spieler bedeutet das: Mehr Einblick in Entscheidungen, bessere Maßnahmen gegen Missbrauch und weniger reines Profiling in den Empfehlungen – kurz gesagt: potenziell sicherere, nachvollziehbarere Plattformen.
Quelle: Zum Originalartikel