Rockstar UK: GTA 6-Entwickler klagen Lohnlücken, Crunch und unklare Boni
Rockstar UK steht erneut im Rampenlicht – diesmal nicht wegen einer neuen GTA-6-Featureliste, sondern wegen interner Beschwerden, die Gehaltsstrukturen, Arbeitskultur und Bonusmodelle betreffen. Laut einem Bericht haben anonym bleibende Beschäftigte drei Kernprobleme identifiziert: intransparente Bonus-Systeme, geschlechterbasierte Lohnungleichheit und eine Crunch‑Kultur, die als Instrument der Einflussnahme genutzt wird.
Die Boni gelten als nebulös: Begründungen sind oft vage, Abteilungen unterscheiden sich, sogar Mitarbeitende innerhalb derselben Gruppe sehen oft unterschiedliche Bewertungen. Daraus folgt eine Wahrnehmung, dass Boni stark vom Willen der Führung abhängig sind, wodurch Beschäftigte das Gefühl bekommen, so flexibel wie möglich auf Chefs-Wünsche reagieren zu müssen.
In der Diskussion stehen außerdem die Fortschritte gegen Geschlechter-Lohnunterschiede: Initiativen dazu wurden dem Bericht zufolge aufgegeben. Nachtarbeitende erhalten offenbar keine zusätzliche Vergütung mehr. Zudem soll versucht werden, Crunch weiterhin zu normalisieren, auch wenn keine klare Definition existiert.
Auf der rechtlichen Seite wird im Vereinigten Königreich eine Höchstarbeitszeit von 48 Stunden pro Woche genannt, außer man entscheidet sich für ein Opt-out. Dem Bericht zufolge sollen Vertragsklauseln das Opt-out verankern und der Weg zurück zu den Regelungen zum Arbeitszeitrahmen wurde durch Management-Aktionen verschleiert, sodass eine Gewerkschaft mobilisieren musste, um Betroffene zu informieren, dass sie jederzeit wieder in die Regelungen einsteigen können. Die Erhebung zeigt außerdem, dass die Crunch-Praxis unklar bleibt und Overtime-Zahlungen oft als begrenzte Anreize begriffen werden, statt als definierte Verpflichtung. Manche Teams seien dauerhaft im Crunch, andere nicht, was die Situation weiter verkompliziert.
Take-Two reagiert mit einem standardisierten Lagebild: Man wolle erstklassige Spiele entwickeln, Teams eine hervorragende Arbeitsumgebung bieten und wettbewerbsfähige Vergütung und Benefits sicherstellen. Die Firma verweist auf eine hohe Mitarbeiterrbindung im Vergleich zur Branche und signalisiert Bereitschaft zu offener Kommunikation mit der Gewerkschaft.
Für Gamer bleibt der Hype um GTA 6 ungebrochen, doch die vorliegenden Berichte werfen ein Schlaglicht auf Arbeitsbedingungen hinter den Kulissen – ein Thema, das vermutlich noch lange nachhallen wird.
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