Obsidian unter Xbox-Schnitt: Neun Entlassungen, Zukunft ungewiss
Wellen der Entlassungen schlagen erneut durch die Gaming-Landschaft, und diesmal trifft es Obsidian Entertainment – die RPG-Ikone unter dem Xbox-Dach. Die Meldungen treffen zu einer Zeit, in der die Branche ohnehin unter Druck steht, und sie werfen ein Licht auf die fragile Balance zwischen Produktivität, Profitabilität und Kultur.
Eine unbestimmte Zahl von Entwicklern soll entlassen worden sein, nachdem Obsidian bislang die Wellen der 2020er-Layoffs unbeschadet überstanden hatte. Die Situation schärft sich: Bis Redaktionsschluss werden neun bestätigte Kündigungen genannt.
In einer Einordnung bei PC Gamer wird das Ereignis als klares Zeichen für den Druck auf etablierte RPG-Studios gewertet.
Zu den Betroffenen zählt Daniel Alpert, der dem Studio 21 Jahre lang treu war und an Titeln wie Neverwinter Nights 2, Fallout: New Vegas-DLC, Alpha Protocol sowie The Outer Worlds 2 mitgewirkt hat. Auf der anderen Seite stand Ingenieur Wenzheng Huang, der erst im Mai bei Obsidian anfing. Weitere Entlassene sind Tyler McCombs (Area Designer) und Geoffrey Fogle (Communications Producer). Jay Turner, dessen Obsidian-Credit Avowed ist, bringt Erfahrung aus der BioWare-Ära mit – Jade Empire, Dragon Age: Origins, Mass Effect 2 und mehr gehören zu seinen Stationen.
Pentiment-Künstlerin Soojin Paek, Avowed-Narrative Designer A.K. Fedeau, Katie Tenney sowie Avowed-Area Designer Bre Seale zählen ebenfalls zu den Betroffenen. Damit erhöht sich die Zahl der entlassenen Mitarbeitenden zum Stand dieses Textes auf neun; Kate Dollarhyde bleibt vorerst im Unternehmen.
Obsidian soll laut Berichten über 100 Mitarbeitende beschäftigen, während 2025 Berichte von rund 285 erscheinen. Der California WARN Act Tracker verzeichnet keine Meldung von Obsidian; Kotaku nennt derweil eine Spanne von 60 bis 70 Entlassungen. Der Warnhinweis greift in Kalifornien bei Kündigungen von mehr als 50 Personen. In dieser Hinsicht passt die Meldung in ein breiteres Bild von Unruhe in der Branche.
Im größeren Xbox-Universum standen in der Gaming-Sparte insgesamt rund 1.600 Entlassungen zu Buche, mit weiteren erwarteten Kündigungen im gleichen Rahmen innerhalb der nächsten 12 Monate. Obsidian war lange Teil einer Strategie, die auf eine hohe Frequenz an qualitativ hochwertigen Releases setzte, um Game Pass zu befeuern: Vier bis fünf große IPs in diesem Zeitraum, von 2020 bis 2025, sollten dem Studio Durchhaltevermögen verleihen – und dennoch bleiben die Folgen spürbar.
Obsidian gehört zu den RPG-Standards, die Titel wie Pentiment, Knights of the Old Republic II, Deadfire und New Vegas auf die PC-Geldbeutel der Jahre 2025 brachten. In jüngerer Zeit sorgten Grounded, Avowed und The Outer Worlds 2 für zusätzliche Beachtung. Die Debatte um Personalpolitik, Release-Tempo und Ressourcenallokation wirft Fragen auf, wie nachhaltig ein solch aggressiver Produktionsplan unter wechselnden Marktbedingungen ist.
Für Fans bedeutet das, dass selbst legendäre Studios nicht automatisch vor Umbrüchen sicher sind. Die Entwicklungen zeigen, dass die Branche Wege finden muss, Risiken zu verteilen, ohne die RPG-Enthusiasten zu verlieren. Ob Obsidian seine RPG-Zukunft wirklich fortsetzen kann, hängt stark von der Ausrichtung der Xbox-Strategie und der Profitabilität ab.
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