Intel könnte alte Produktlinien wiederbeleben – vom Comet Lake bis Raptor Lake

Intel könnte die Spielregeln der Branche wieder aufweichen. Gerüchte deuten darauf hin, dass der Konzern die Produktion längst vergessener Produktfamilien erneut hochfahren könnte – eine Idee, die die Gerüchteküche derzeit ordentlich anheizt.

Im Kern geht es um angebliche Pläne, die Liefermengen der 10., 12., 13. und 14. Generation zu erhöhen – also alles von Comet Lake (2020) bis zur 2023-Iteration von Raptor Lake. Die Meldungen kursieren durch eine maschinelle Übersetzung chinesischsprachiger Quellen, die den Scoop auf ChannelGate entdeckten, nachdem IT Home darüber berichtet hatte und BoBantang das Thema weiterstreute.

Ob der Gedanke realisiert wird, bleibt abzuwarten – es wirkt jedoch nicht völlig unrealistisch, wenn man die jüngeren Aussagen der Industrie parallel betrachtet. So hieß es bereits in Branchenberichten, dass Intel über eine weitere Iteration von Raptor Lake nachdenken könnte und dass das Unternehmen älteren CPUs DDR4-Unterstützung zugestehen möchte. Die Idee, ältere Produktlinien wieder anzukurbeln, passt damit in ein Muster, das auch andere Hersteller in den Blick nehmen, um Engpässe zu überbrücken und Kunden nicht zu verlieren.

Für die Technik-Nostalgie-Fans heißt das konkret: Comet Lake würde vermutlich eine Rückkehr in den Fokus erhalten, während die übrigen mutmaßlichen Wiederbelebungen auf neueren Prozessen basieren sollen – entweder 7 nm oder Intel 7. Es ist allerdings fraglich, wie sinnvoll eine Rückkehr alter Fertigungsprozesse wirklich wäre, wenn man bedenkt, dass AMD und andere Wettbewerber ebenfalls auf Anpassungen setzen, um den Produktionsfluss zu stabilisieren.

Der Gedanke an eine solche Reaktivierung kommt auch nicht aus dem Nichts: DDR4-Support und entsprechende Plattformen werden in der Branche weiterhin diskutiert. Auf Computex sagte eine Reihe von Motherboard- und Speichermodul-Herstellern, dass man einen Weg zurück zu DDR4-Plattformen prüfe. Parallel dazu wird über Nvidia spekuliert, ob man ältere GPUs wiederbeleben könnte, um Engpässe zu überbrücken und gleichzeitig neue KI-Technologien zu integrieren. Und auch Nvidia’s RTX-3060 erlebt aktuell neue Produktionsläufe, auch wenn der Preis weiterhin ein Thema bleibt. Auf Seiten AMD hatte Ryzen-Chef David McAfee zu Beginn des Jahres erwähnt, dass man einige ältere Produkte wieder einführen wolle, um Gamern zu helfen, die ein Upgrade wünschen, ohne das gesamte System neu aufsetzen zu müssen. Die Rückkehr des Ryzen 7 5800X3D auf DDR4-Plattformen ist ein konkretes Beispiel dafür.

Ob Intel wirklich die Pforten alter Linien wieder öffnet, hängt davon ab, wie viel Aufwand das Re-Engineering verlangt und ob der wirtschaftliche Nutzen über dem Aufwand liegt. Die Aussicht, ältere CPUs in neuer Form wieder verfügbar zu machen, bleibt spannend – vor allem für Spieler, die eine Brücke zu DDR4-Boards oder zu bestehenden Systemen schlagen möchten, ohne komplett neu zu investieren.


Quelle: Zum Originalartikel

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