Hasbro meldet 56 Mio. USD Wertberichtigung; Fokus künftig auf D&D und Magic

Hasbro legt im aktuellen Quartal eine nüchterne, aber brisante Bilanz vor: Eine 56-Millionen-Dollar-Wertminderung, ausgelöst durch die Absage mehrerer in Entwicklung befindlicher Spiele, die 2028 und später erscheinen sollten. Das ist keine direkte Kostenlast, sondern eine Abwertung eines Assets gegenüber dem Buchwert – eine buchhalterische Korrektur, kein akutes Cash-Problem.

Gleichzeitig bleibt Baldur’s Gate 3 als Erfolgsstory wichtiger Anker. Hasbro betont, dass digitale Investitionen künftig stärker an den Franchises und Partnerschaften ausgerichtet werden sollen, bei denen das Unternehmen die größte Aufwärtschance sieht, statt in jedem Projekt Blindflug zu riskieren.

Historisch hat Hasbro in den letzten Jahren massiv aufs Gaming gesetzt: Mehrere Studios arbeiten an Projekten, und CEO Chris Cocks sprach von über einer Milliarde Dollar Investitionen in Games. Baldur’s Gate 3 wird als Beleg dafür angeführt, dass kreative, gut umgesetzte RPG-Erfahrungen eine zentrale Rolle spielen. Doch es gibt auch dunklere Kapitel: Ein großes GI Joe- Projekt steckt in Schwierigkeiten; ein neues D&D-Spiel von Giant Skull wurde zuvor angekündigt, später aber offenbar überdacht bzw. verschoben. Exodus, ein Mass-Effect-ähnliches Vorhaben, ist noch in der Pipeline, doch der konkrete Weg nach vorn bleibt offen.

Auf der Investorenkonferenz erklärte Cocks, Hasbro habe das Portfolio geprüft, Planänderungen vorgenommen und Projekte gestrichen, die für 2028 und darüber hinaus vorgesehen waren. Die Folge ist eine 56-Millionen-Dollar-Wertminderung im Zusammenhang mit kapitalisierten Kosten. Die Strategie sei nun, digitale Investitionen dort zu bündeln, „wo wir den klarsten Upside sehen“ – insbesondere in Trading Card Games und Rollenspielen wie Magic: The Gathering und Baldur’s Gate 3, das laut dem CEO zu den größten und renommiertesten RPGs des letzten Jahrzehnts zählt.

Der Konzern peilt 2026 als Spitzenjahr für digitale Investments an, getrieben von Exodus und Warlock, und will die jährlichen Ausgaben für digitale Projekte bis 2028 um mindestens 25 Prozent senken. Maßgebliche Schritte seien die Verlagerung von Entwicklungen in kostengünstigere Regionen sowie der Einsatz reiferer Tools, Teams und Produktionsprozesse. AI blieb in der Öffentlichkeit zwar ein Diskussionsthema, doch der CEO hat sich gegenüber dem Thema in der Vergangenheit positiv geäußert – es bleibt jedoch abzuwarten, wie Hasbro KI konkret in zukünftigen Projekten nutzen wird.

Für die Gaming-Community bedeutet der Kurswechsel: Hasbro setzt verstärkt auf langlebige Marken und reduziert das Risiko durch Abbau weniger vielversprechender Projekte. Die Botschaft lautet klar: Statt Masse baut das Unternehmen auf wenige, starke Franchises, die dauerhaft Rentabilität versprechen. Ob Exodus oder weitere Vorhaben wirklich wieder Fahrt aufnehmen, bleibt abzuwarten – die Mission bleibt, aus den stärksten IPs robuste, nachhaltige digitale Franchises zu formen.


Quelle: Zum Originalartikel

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