Ubisoft vor Streik-Welle: Französische Gewerkschaften rufen zum globalen Walkout auf
Ubisoft hat gerade ein Problem, das sich nicht mit einem Patch-Update lösen lässt: In Frankreich rufen mehrere Gewerkschaften zu einem dreitägigen internationalen Streik auf – angesetzt für den 10. bis 12. Februar 2026. Der Ton in den Statements ist ungewöhnlich scharf, die Stoßrichtung klar: Gegen Sparprogramme, Projektkürzungen und eine harte Rückkehr-ins-Büro-Linie.
Laut den Gewerkschaften (u. a. STJV, CFE-CGC, CGT, Printemps Écologique, Solidaires Informatique) richtet sich die Aktion gegen „sweeping restructuring plans“ – also Umbaupläne, die Studio-Schließungen, Jobabbau und eine Rückkehr zu fünf Tagen Präsenz umfassen. Ein zentraler Vorwurf: Entscheidungen seien ohne echten Dialog gefallen, notwendige Konsultationen seien an den Rand gedrückt worden – Mitarbeitende hätten von Einschnitten teils zeitgleich mit der Öffentlichkeit erfahren.
Das sitzt auf einem ohnehin nervösen Fundament. Erst vergangene Woche wurde eine größere Neuaufstellung bekannt: Ubisoft will Projekte streichen und verschieben, um sich in einem härter gewordenen AAA-Markt neu zu sortieren. Genannt werden unter anderem die Beendigung des „Prince of Persia: The Sands of Time“-Remakes, weitere Projektstreichungen sowie Verzögerungen – begleitet von der Ankündigung, sich in mehrere kreative Einheiten nach Genres zu strukturieren.
Parallel läuft in Paris ein weiterer, besonders sensibler Baustein: Ubisoft hat eine freiwillige Trennungsregelung (RCC) für das Headquarter angestoßen, die laut Berichten bis zu 200 Stellen betreffen könnte. Das Verfahren ist (Stand jetzt) als Vorschlag im Gespräch, hängt an Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen und muss von französischen Behörden bestätigt werden.
Warum das Thema heute so spannend ist: Hier prallen zwei Bewegungen frontal aufeinander – Publisher-Konsolidierung (Kosten runter, Portfolio fokussieren) und Arbeitskampf (Arbeitsbedingungen, Mitsprache, Präsenzpflicht). Für Spieler bedeutet das nicht automatisch „Release-Chaos“, aber: Wenn ein globaler Streikaufruf Schule macht, können Roadmaps, Updates und Kommunikation spürbar zäher werden – gerade in Studios, in denen ohnehin gerade neu sortiert wird.
Quellen:
Zum Originalartikel (PocketGamer.biz)
Zum Originalartikel (GameDeveloper.com)
Zum Originalartikel (The Guardian)
Zum Originalartikel (TechRadar)
Zum Originalartikel (GameSpot)