Vom Hype zur harten Grenze: Larian Studios klärt die KI-Frage für „Divinity“

Die Ausgangslage: Ein angekündigtes Q&A mit Sprengkraft

Alles begann mit einer Ankündigung, die in der Gaming-Community für ordentlich Wirbel sorgte: Larian Studios lud zu einer großen Q&A-Runde auf Reddit ein. Nach dem Teaser-Trailer zu Divinity bei den Game Awards 2025 und teils missverständlichen Aussagen von Swen Vincke brannten den Fans vor allem zwei Fragen unter den Nägeln:

  • Wie stark wird künstliche Intelligenz den Entwicklungsprozess des nächsten großen RPG-Epos beeinflussen?
  • Bleibt der kreative Kern von Larian trotz der neuen technologischen Möglichkeiten „handgemacht“?

Die Erwartungshaltung war riesig, da viele befürchteten, dass auch Larian dem Trend der Branche folgen und massiv auf generative KI setzen würde, um die immer komplexer werdenden Produktionen zu stemmen.

Das Ergebnis: Ein klares „Nein“ zu generativer Kunst

Nun liegen die Ergebnisse des Austauschs vor, und Larian hätte deutlicher nicht sein können. In dem Reddit-AMA und begleitenden Statements stellten Studio-Chef Swen Vincke und Machine-Learning-Director Gabriel Bosque klar:

In Divinity wird es keine generativen KI-Artworks geben.

Dies geht sogar so weit, dass Larian die Nutzung von KI-Tools in der Konzeptphase komplett eingestellt hat, um jegliche Zweifel an der Urheberschaft der Werke auszuschließen. Alles, was Spieler im fertigen Produkt sehen – von den Charaktermodellen bis zu den Umgebungen –, stammt von echten Künstlern. Sogar bei der Sprachausgabe bleibt das Studio standhaft: KI-Stimmen sind tabu, selbst wenn die Schauspieler eine Erlaubnis erteilen würden.

KI nur als „stiller Helfer“ im Maschinenraum

Ganz verschließt sich Larian der Technik jedoch nicht. Die Grenze ist jedoch messerscharf gezogen: KI darf dort unterstützen, wo es um technische „Fleißarbeit“, Tests und Iterationen geht, die dem Team helfen, Ideen schneller auszuprobieren. Sobald es aber um kreative Assets geht, gilt: Ohne eigene Trainingsdaten oder ausdrückliche Zustimmung der Rechteinhaber kommt nichts ins Spiel.

Meine Meinung: Ein Qualitätssiegel für die Zukunft

Es ist erfrischend zu sehen, dass ein Studio wie Larian den Mut hat, sich gegen den Strom zu stellen. In einer Zeit, in der viele AAA-Studios KI nutzen, um Kosten zu drücken, macht Larian „Handarbeit“ zu ihrem wichtigsten Verkaufsargument.

Ich halte das für eine kluge strategische Entscheidung: Nach dem Erfolg von Baldur’s Gate 3 ist die Marke Larian untrennbar mit Leidenschaft und Detailverliebtheit verbunden. Eine „verwässerte“ KI-Optik hätte dieses Vertrauen nachhaltig beschädigen können. Dass sie KI nur für interne Tests nutzen, um den Entwicklern den Rücken freizuhalten, ist der richtige Weg – Technik soll den Menschen unterstützen, nicht seine Seele ersetzen.

Was sagt ihr dazu? Hat Larian hier den richtigen Standard für die Branche gesetzt? Diskutiert mit uns auf Reddit!