Top 10 Filme des Jahres 2013

Top 10 Filme des Jahres 2013 (by DeJul)

Nach einem Review auf die Spiele des bald vergangenen Jahres möchte ich jetzt noch meinen Senf bezüglich der Filme des Jahres 2013 dazu geben.

Als ich die Liste in Angriff genommen habe und mir die Erscheinungen durchgeguckt habe, musste ich dann doch mit Erschrecken feststellen, dass wir uns in der letzten Zeit mehr den Serien als den Filmen zugewandt haben. Also seht es mir nach, wenn ich einige „Hochkaräter“ nicht erwähne – ich habe noch einiges nachzuholen.

Genug des Geplänkels, nun geht’s los!

10
Platz 10

To the Wonder

Regie: Terrence Malick

Ja, ich muss zugeben, ich bin während des Filmes beim ersten Mal eingeschlafen. Aber das lag nur daran, dass er so unglaublich ruhig ist und ich einen langen Tag hatte. Und ja, mit Gegenlicht zu filmen ist nicht gleich Kunst – dennoch hat mich das neueste Werk des The Tree of Life-Regisseurs auf eine komische Art und Weise gefesselt.

Gerade weil er aufzeigt, dass es für einen guten Film nicht vieler Worte und Explosionen bedarf. Durch drei ausdrucksstarke Schauspieler (ok, die eine tanzt definitiv zu viel) wird – mit Hilfe der Schönheit der Natur – die Geschichte einer Beziehung erzählt.

Nach diesem Film muss ich leider meine Aussage widerrufen, dass ich nie wieder nach Frankreich reisen will – dank Le Mont-Saint-Michel.

9
Platz 9

Warm Bodies

Regie: Jonathan Levine

Das erste Argument, das für diesen Film spricht: Zombies! Wie bei den Games wissen die grunzenden und verfaulenden Menschen zu überzeugen.

Da in mir eine alte Schnulzen-Liebhaberin steckt, ließ mich das zweite Argument schon vorab überzeugt sein: Liebesgeschichte!

Womit auch schon die Story im Groben erklärt wäre. Sehr humorvoll wird der Film aus Sicht eines Menschenfressers erzählt, der bei seiner Nahrungssuche auf eine blonde Schönheit stößt und diese – entgegen seiner Natur – nicht tötet. Langsam aber sicher vermenschlicht sich der charmant stöhnende Zombie wieder. Gibt es also noch Hoffnung für die Menschheit?

Nicholas Hoult überzeugt als Zombie – so wie die restliche Story. Es gibt große Gefühle, aber aufgrund des Verzichts auf schlimmen Kitsch und einer Schippe Selbstironie hat Levine uns allen schmackhaft Hoffnung auf ein Leben als Zombie gemacht.

8
Platz 8

Epic – Verborgenes Königreich

Regie: Chris Wedge

Kommen wir zum ersten Animationsfilm in meiner Liste. Ein Hoch auf diese Filme, die es schaffen, selbst dem spießigsten Sack ein wenig Phantasie einzuhauchen. Im Speziellen handelt es sich hier um das nächste Meisterwerk der Blue Sky Studios (u. a. Ice Age).

Die Story ist einfach erzählt: Nach dem Tod ihrer Mutter zieht die 17-jährige MK zwangsläufig zu ihrem Vater. Dieser ist Professor und richtet sein Leben komplett nach einer noch unentdeckten winzigen, im Wald lebenden Spezies aus. Klingt kompliziert, ist es auch – also steht MK kurze Zeit später mit gepackten Koffern bereit, um ihrem Vater den Rücken zu kehren. Ehe sie sich versieht, befindet sie sich plötzlich mitten im Kreis der Spezies: im Detail der „Leafmen“ – das Abenteuer beginnt.

Ab hier lässt man sich vollkommen auf die farbenfrohe und detailreiche – eben „epische“ – Welt der Winzlinge ein. Ein Kampf gegen die Fieslinge sowie eine sehr süße Liebesgeschichte und einige moralische Botschaften sind natürlich inklusive.

Insgesamt lässt einen der Film mit einem zufriedenen Gefühl und einer Auffrischung der Phantasie zurück.

7
Platz 7

Der Hobbit – Smaugs Einöde

Regie: Peter Jackson

Der neueste Streich aus der Hobbit-Reihe darf auf dieser Liste natürlich nicht fehlen. Auch wenn die beiden Hobbit-Ableger mich bisher noch nicht so in ihren Bann gezogen haben wie ihre Vorgänger: So wird Kino gemacht!

Wie immer überzeugt der Film durch eine absolut fantastische Kulisse und nicht minder phantasievolle, detailverliebte Geschöpfe.

Kurz zur Story: Die Zwergengruppe um den Hobbit Bilbo Beutlin (erneut gespielt durch den sympathischen Martin Freeman) setzt die Reise zum ehemaligen Zwergendomizil – dem Berg Erebor – fort. Auf dem Weg dorthin lauern natürlich gefährliche Begegnungen – u. a. Riesenspinnen und den Zwergen gegenüber eher negativ eingestellte Waldelben. Ebenfalls verstärkt sich die „Bindung“ zwischen Bilbo und dem Ring.

Am Ende steht der Kampf zwischen den mutigen Winzlingen und dem gigantischen – wenn auch etwas dümmlich arrogant wirkenden – Drachen Smaug. Diese imposant inszenierte Szene und ein enormer Cliffhanger am Ende trösten über zwischenzeitliche Schwächen (u. a. überflüssige/lasche Liebesgeschichte) hinweg.

6
Platz 6

Les Misérables

Regie: Tom Hooper

Neben den bei Warm Bodies genannten Kriterien für einen guten Film zieht ein weiteres ebenfalls enorm bei mir: gute Musik!

Ich war dennoch kritisch, weil mir Anne Hathaway – ähnlich wie Tom Cruise – so ziemlich jeden Film versauen kann.

In dem Musical, das auf der Buchvorlage aus dem Jahre 1862 basiert, geht es um den Ex-Sträfling Jean Valjean, der nach zwanzig Jahren Gefängnis freigelassen wird. Aufgrund der Abweisung seines Umfeldes und der Justiz, die ihn nach wie vor kontrolliert, entschließt er sich dazu, seine Identität zu ändern und unterzutauchen. Es kommt zur Liebesgeschichte mit Fantine – doch das Schicksal schlägt zu und so findet sich Valjean gut 15 Jahre später mit der Tochter von Fantine im durch Revolutionsaufstände zerrütteten Paris wieder.

Positiv fällt auf, dass die Lieder live beim Drehen durch die Schauspieler gesungen wurden. Dadurch kommen Emotionen und beispielsweise die Atemlosigkeit bei einem Kampf besser zur Geltung. Der damit ab und an einhergehende „schiefe Ton“ vermittelt nur noch mehr Menschlichkeit.

Die mitreißenden Lieder trösten dann auch über die ein oder andere mangelnde Erklärung der Motivlage (wieso wird ein Brotdieb so intensiv verfolgt?) oder die plötzliche Entstehung der übergroßen Liebe weg. Zugegeben: Ein Lied über das erste gemeinsame Kaffeetrinken könnte wohl kaum ein Publikum begeistern.

Gerne mehr davon!

5
Platz 5

Die Croods

Regie: Chris Sanders, Kirk De Micco

Dem Kind zuliebe ins Kino gehen – so kam ich überhaupt erst dazu, in den Genuss dieses Animationsfilmes aus dem Hause DreamWorks zu kommen. Im Nachhinein habe ich mehr gelacht als jedes anwesende Kind – inklusive Kloß im Hals am Schluss. Demnach ist dieser Film unabkömmlich auf dieser Liste.

Die Familie Croods – um das Oberhaupt Grug – lebt in der Steinzeit und vertritt dort die spärlich anwesende Menschheit. Damit das so bleibt, sind ausnahmslos die Regeln von Grug zu befolgen. Die Natur durchkreuzt den Alltag und die Familie muss ihre Höhle verlassen und lernt die Welt von einer anderen Seite kennen.

Die liebevolle und verrückte Gestaltung der Figuren sowie deren Umgebung müssen einfach jeden überzeugen. Beeindruckende Action-Sequenzen, trockener Humor und vor allem die unbändige Kreativität machen Die Croods zu einem der besten Animationsfilme der letzten Jahre.

4
Platz 4

Prisoners

Regie: Denis Villeneuve

Dass Hugh Jackman zwei Mal in meinen Top Ten vertreten sein wird, habe ich am Anfang des Jahres definitiv nicht erwartet.

Ebenfalls vollkommen unvorbereitet habe ich mich diesem Film gestellt und habe – aufgrund des Titels – eine Art Gefängnis-Thriller erwartet. Doch bereits in den ersten Minuten hat man das beklemmende Gefühl, dass da etwas viel Schlimmeres auf einen zukommt.

Es folgt ein Film über eine Kindesentführung, Selbstjustiz und die dabei empfundenen Emotionen der Eltern, der Ermittler und der ganzen Gemeinde.

Neben Jackman brilliert Jake Gyllenhaal als undurchsichtiger Detective Loki. Dieser verwirrt den Zuschauer, indem er meistens nicht das vermittelt, was von einem Polizisten erwartet wird, und wirkt dadurch gekonnt unempathisch.

Am Ende überrascht ein relativ unvorhersehbarer Twist und der Film endet wie er begonnen hat – beklemmend und grandios.

3
Platz 3

The Place Beyond the Pines

Regie: Derek Cianfrance

Nach Blue Valentine konnte ich das nächste Werk von Cianfrance kaum erwarten. Bereits in der ersten Szene überzeugt eine lange Kamerafahrt, in der man Ryan Gosling aus seiner Umkleidekabine über einen bunten Jahrmarkt bis in einen Motorradkäfig ohne einen einzigen Schnitt folgt.

Daraus entsteht die Geschichte über einen Motorradstuntfahrer, der auf seiner Rundreise ein kurzes Verhältnis hat, aus dem ein Kind entsteht. In einer überraschenden Erzählweise geht es nun um Vater-Sohn-Verhältnisse, Rache und Korruption. Erzählt wird in drei Handlungssträngen, die hintereinander erzählt werden und – wie sich herausstellt – alle miteinander verbunden sind.

Teilweise gibt es unerklärte Zeitsprünge – der Zuschauer soll sich selber denken, was in der Zwischenzeit passiert sein könnte.

Neben Gosling überzeugt Bradley Cooper als Polizist und ebenso das komplette Nebencast.

Cianfrance ist mit The Place Beyond the Pines ein unglaublich intensives und bildreiches Drama mit kurzzeitiger Sprachlos-Garantie gelungen.

2
Platz 2

Die Tribute von Panem 2 – Catching Fire

Regie: Francis Lawrence

Der von mir dieses Jahr mit der meisten Spannung erwartete zweite Teil der Trilogie landet auf Platz 2 meiner Liste. Obgleich ich der Dinge, die mich erwarten, gewappnet war, befand ich mich noch Stunden nach dem Film im Panem-Modus.

Katniss und Peeta haben den Albtraum der Hungerspiele überlebt und leben im Wohlstand in ihrem Distrikt. In der folgenden „Tour der Sieger“ wird jedoch klar: Eine Revolution ist im Gange! Präsident Snow entscheidet daraufhin – Kraft seiner Grausamkeit – die Teilnehmer der diesjährigen Hungerspiele aus den bereits bestehenden Siegern zu wählen.

Hört sich so kurz beschrieben zugegeben stark nach Ideenmangel an, aber bis der Film überhaupt in der Arena angekommen ist, durchlebt man viele, viele Emotionen mit einer ordentlichen Portion Gesellschaftskritik.

Jennifer Lawrence verkörpert erneut perfekt die gewohnt etwas undurchsichtige und kämpferische Katniss.

In der Arena selbst fällt positiv auf, dass F. Lawrence – im Gegensatz zu seinem Vorgänger – auf die nervige Wackelkamera verzichtet und die Kulisse eindrucksvoll als tödliches Paradies inszeniert. Die Kampfszenen wurden hingegen leider etwas entschärft.

Ich könnte mich noch einige Seiten über diesen Film auslassen – kurzum: eine fantastische Umsetzung der Buchvorlage mit einem fiesen Cliffhanger!

1
Platz 1

Captain Phillips

Regie: Paul Greengrass
……
Das waren meine Emotionen während und nach diesem Film: Leere, Beklemmung, Schock. Selten war ich so gefesselt von einer Story und einer schauspielerischen Leistung.

Captain Phillips hat eine für ihn normale Aufgabe: das Frachtschiff Maersk Alabama mit seiner Crew vom Oman nach Kenia zu bringen – in Zeiten der somalischen Piraterie jedoch kein ungefährliches Unterfangen. Und so passiert, was auch in der Realität geschehen musste: Nach einem erfolgreich abgewehrten Piratenangriff gelangt die Crew schließlich doch in deren Gewalt. Ein Spießrutenlauf beginnt – der letztlich mit der Flucht der Piraten mit dem Captain als Geisel in einem Rettungsboot eskaliert.

Tom Hanks schafft es, dass man sich fühlt, als würde man neben ihm stehen. Seine Augen spiegeln seine wahren Emotionen wider. Er schafft das, obwohl er als Phillips kein übermäßig sympathischer Typ ist.

Die Piraten sind ebenso glaubhaft. Dass diese in Hollywood nicht bekannt sind, kommt dem Film zugute.

Am Ende ist alles gut – doch Tom Hanks schafft es in der letzten Szene durch seine schauspielerische Brillanz, dass man sich nicht so fühlt.

Seinen dritten Oscar hätte er sich mit dieser Leistung mehr als verdient.

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